(...)
Eine Idealbesetzung ist die junge Sängerin Ulrike Mayer. Die
Mezzosopranistin hat nicht nur ein betörend schönes
Timbre, sie gestaltet die Liedtexte auch wie eine Erzählerin.
Dazu kommt, dass sie mit großem Körpereinsatz
spielt, weder Angst vor Verrenkungen noch Übertreibungen hat.
So führt Ulrike Mayer die Frauenfigur von der frisch
verliebten bis zur gebeugten Alten auf einem großen
Spannungsbogen durch den Abend. (...)
Georg Waßmuth im Deutschlandfunk, 16. Juli 2007
Die aus Stuttgart stammende Mezzosopranistin Ulrike Mayer studierte bei Thomas Quasthoff an der Hochschule für Musik Detmold und Klesie Kelly an der Hochschule für Musik Köln. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und gewann einen ersten Preis beim internationalen »Euriade Vocal Concours« in Holland und dem Wettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg.
Bereits während ihres Studiums gastierte sie bei verschiedenen Festivals wie der Ruhr-Triennale (2002) mit den Hollywood Elegien von Hanns Eisler (Regie: Schorsch Kamerun) und dem Sommerfestival der Kammeroper Schloss Rheinsberg (2003). Weitere Engagements führten sie an das Staatstheater Mainz, wo sie unter der Regie von George Delnon den Holofernes in Vivaldis dramatischen Oratorium Juditha triumphans sang und an die Deutsche Oper Berlin, wo sie die Titelpartie der Matthus-Oper Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke sang.
Die Schwetzinger Festspiele luden sie 2006 ein, die Partie der Amme in der Uraufführung der Oper Da gelo a gelo von Salvatore Sciarrino in einer Inszenierung von Trisha Brown zu übernehmen. Im selben Jahr gab sie ihr Debut an der Opéra de Bastille in Paris mit der Rolle des Pagen in Richard Strauss’ Salome unter der musikalischen Leitung von Hartmut Haenchen.
Von 2004 bis 2009 gehörte Ulrike Mayer zum Ensemble des Theaters Magdeburg, wo sie u. a. als Idamante in Idomeneo (Regie: Andreas Kriegenburg), Dorabella in Cosí fan tutte (Regie: Frank Hilbrich), Hänsel (Hänsel und Gretel), Olga in Eugen Onegin und Fjodor in Boris Godunow (beides in der Regie von Vera Nemirova) , Maddalena (Rigoletto), Sonjetka (Lady Macbeth von Mzensk), Flavius (Flavius Bertaridus), Alcina in Orlando furioso (Regie: Sebastian Hartmann), 2. Dame (Zauberflöte), Eliza (My Fair Lady) sowie als Orpheus (Orpheus und Eurydike) zu erleben war. Die erfolgreiche Produktion von Orpheus und Eurydike unter der Regie von Andreas Kriegenburg fand deutschlandweit höchste Anerkennung und war 2006 für den deutschen Theaterpreis der »Faust« nominiert.
Beim Bayreuther Osterfestival 2009 verkörperte sie die Rolle des Ruggiero in Händels Alcina am Markgräflichen Opernhaus und begeisterte als Périchole in Offenbachs La Périchole im selben Jahr am Anhaltischen Theater Dessau. 2010 sang sie die Venus in Kurt Weills Musical One touch of Venus beim Kurt Weill Festival und kehrte 2011 mit Mozarts Dorabella in Cosí fan tutte (Regie: Florian Lutz) ans Anhaltische Theater zurück.
Im Herbst 2010 konnte Ulrike unter der Regie von Sir Thomas Allen einen großen Erfolg als Cherubino in Mozarts Le nozze di Figaro an der Scottish Opera feiern: »(...) do not miss the heady eroticism that flows between Kate Valentine's gleaming Countess and the fantastically authoritative Cherubino of Ulrike Mayer: it will stop your heart. (...)«
Im Herbst 2011 geht Ulrike mit der Titelpartie in Händels Rinaldo zusammen mit der Lautten Compagney Berlin unter der Leitung von Wolfgang Katschner auf Tournee.
Mit dem Ensemble Nico and the Navigators hat die Sängerin beim Kunstfest Weimar Rossinis Petite Messe Solennelle in einer szenischen Fassung auf die Bühne gebracht. Die Produktion, bei der sie den Altsolopart singt, wird in der kommenden Saison 2011/2012 bei den Bregenzer Festspielen, an der Opéra Comique Paris und dem Grand Théâtre de Luxembourg zu sehen sein.
Neben der Operntätigkeit konzertiert die Mezzosopranistin mit ihrem umfangreichen Lied- und Oratorienrepertoire im In- und Ausland. Sie gab Liederabende u. a. in der Deutschen Botschaft in Albanien und Littauen, sang auf Schloss Elmau und gastierte mit einem szenischen Mozartliederabend (Regie: Wolfgang Krause Zwieback) beim Mannheimer Mozartsommer. Im Rahmen der Wiedereröffnungsfeierlichkeiten der Dresdner Frauenkirche sang die junge Sängerin unter der Leitung von Kurt Masur Siegfried Matthus’ »Te Deum«. Desweiteren arbeitete sie bereits mit so namhaften Dirigenten wie Rafael Frühbeck de Burgos, Will Humburg und Hartmut Haenchen. Unter Miguel Gomez-Martinez sang sie im November 2008 »El amor de los dos ositos« von Lorenzo Palomo im Konzerthaus Berlin und dem Auditorio Nacional de Musica Madrid. Eine Konzerttournee mit dem Leipziger Ballett führte sie im Herbst 2011 nach Kolumbien, wo sie den zweiten Sopran in Mozarts c-Moll Messe in der gefeierten Produktion Die Grosse Messe des Choreographen Uwe Scholz sang.